Der kleine Wichtel Wolkenbart

Der Schnee rieselte leise auf die große Wiese, als der Wichtel Wolkenbart aufgeregt durch den Garten zum Haus der Familie Holly lief. Gerade hatte ihn eine Amsel verspeisen wollen, dachte der Wichtel, was aber gar nicht der Fall war. Die Amsel wollte ihm lediglich eine seiner Erdnüsse aus dem kleinen Sack, den er bei sich trug entwenden, was ihr aber nicht gelang, da der Wichtel schneller war als die Amsel.
Die Erdnüsse hatte sich Wolkenbart aus dem Vogelhaus der Hollys geholt, was ihm sehr viel Kraft gekostet hatte und er sich erst einmal unter dem Häuschen ausruhen musste, bis die Amsel kam und ihn sah.
Gerade noch konnte er sich hinter einem kleinen Stein am Teich der Hollys verstecken und die Amsel verschwand.
Er knabberte an einer Erdnuss, die er sich aus seinem Sack geangelt hatte und dachte nach, sein altes Zuhause war verschwunden. Die Kinder in dem Haus, wo er früher wohnte, waren erwachsen geworden und niemand glaubte mehr an ihn. Als sie noch Kinder waren, legten sie ihm Gebäck, Nüsse und Schokolade vor seine bunte Tür, aber irgendwann wurden die Gaben immer weniger und Wolkenbart entschloss sich ein neues zu Hause zu suchen. Die bunte Wichteltür wurde immer blasser und irgendwann war die weg.
Nun saß er da in der Dunkelheit und schaute in die geschmückten Fenster der Familie Holly. Hier wohnten Else und Peter Holly, ein älteres Ehepaar und er spürte, dass man an ihn glaubte, dort wollte er einziehen.

Leise schlich er auf die Terrasse und klopfte an die Tür. Es dauerte einen kurzen Moment und die Tür ging auf. „Wer klopft dort fragte Opa Holly, Else, machst du mal bitte auf?“ Else ging zur Tür, aber da war niemand. „Komisch, ich habe es auch gehört, das war wohl wieder die freche Amsel, sie möchte bestimmt eine extra Portion Erdnüsse, ich hole ihr gleich mal welche.“ Die Tür ging zu, aber der kleine Wichtel war schon drin.
Er schaute sich in dem großen Haus um, ach war das hier gemütlich, ein Weihnachtsbaum stand im Wohnzimmer, alles war schön dekoriert und es roch herrlich nach Kuchen und Plätzchen. Wolkenbart wurde warm ums Herz, wie hat er das vermisst.
Sofort suchte er sich eine kleine Ecke und begann seinen Magischen Zauberspruch aufzusagen:
„Helle, Helle heile, hier bleib ich eine Weile, Zauber der Nacht, Zauber der Macht, zaubere hier, zaubere die Tür.“ Es funkelte kurz und an der Wand, neben dem kleinen Sofa erschien eine bunte, magische Wichteltür mit einer kleinen bunten Treppe. Wolkenbart schaute sich seine Tür genau an diese war ihm besonders gut gelungen, sogar Sterne hatte sie über dem Eingang. Er trat schnell ein in seine kleine Wohnung, um sich endlich auszuruhen.
Am nächsten Morgen bemerkte Else die Tür zuerst. „Peter, schau mal, eine kleine Wichteltür und wie bunt sie ist. So eine schöne hatten wir hier noch nie, das muss ein ganz besonderer Wichtel sein.“ Peter stand von seinem Sessel auf. „Du hast doch gestern Abend die leckeren Kekse gebacken, wir sollten ihm welche hinstellen, jeder Wichtel liebt Gebäck.“ Else holte eine kleine Schüssel legte einen Schokoladen- und Marzipankeks hinein und stellte sie vorsichtig vor die kleine Tür. „Weißt du was Else,“ entgegnete Peter „das bringt sehr viel Glück einen Wichtel im Haus zu haben, wir sollten ihm jetzt jeden Tag kleine Leckereien hinstellen, da freut er sich und zieht bestimmt nicht mehr aus.“ „Oh ja das machen wir.“ lächelte Else, lief in die Küche, um nach ihren Kuchen im Backofen zu schauen. Davon bekommt der Wichtel morgen, dachte sie.
Nachdem Wolkenbart sich ausgeruht hatte, öffnete er vorsichtig die Tür, er roch schon wieder die leckeren Kekse und hoffte, dass die Hollys ihn nicht vergessen hatten.
Er blinzelte hinter die Tür und sah die feinen Leckereien.
Ach was war er froh diese Familie gefunden zu haben, sie haben sein Glück verdient.

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